Zucht im SSV

Über 100 Jahre Erfahrung und Wissen...

Der Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e. V. (SSV) ist seit über 100 Jahren allein zuchtbuchführender Verein für die 4 Sennenhund-Rassen (Appenzeller, Entlebucher, Berner und Großer Schweizer). Der Dachverband aller seriösen Hundezuchtvereine in Deutschland ist der VDH (Verband für das deutsche Hundewesen), dieser ist der Fedération Cynologique International (FCI) angegliedert.

Die Zucht im SSV unterliegt strengen Regularien, die die Zuchtqualität und insbesondere die Gesundheit der Sennenhunde gewährleisten soll. So darf z. B. eine Hündin nach 2 Kaiserschnitten nicht mehr zur Zucht verwendet werden.

Der SSV hat eine der weltweit größten Datenbanken, in der für die Züchter (hierzu zählen auch die Deckrüdenbesitzer) wichtige Gesundheitsinformationen gespeichert und regelmäßig aktualisiert werden. Alle Züchter werden angehalten, die von ihnen gezüchteten Hunde lebend bzw. tot zu melden. Hierdurch wird der Altersdurchschnitt der Ahnen transparent, was beim Planen einer Verpaarung sehr wichtig ist.

Weiterhin führt der SSV viele Zuchtprogramme durch, um dadurch wissenschaftliche Resultate zu erlangen. Außerdem beteiligt sich der SSV an vielen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten und unterstützt sie auch finanziell.

All diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass insbesondere beim Berner Sennenhund das durchschnittliche Lebensalter endlich wieder im Schnitt auf ca. 8,5 Jahre angestiegen ist und weiter steigt.

Seit 2005 bin ich Mitglied im SSV e. V. - zunächst hatte ich meinen Deckrüden Dexter vom Linautal, der in den Niederlanden und Deutschland einige Nachkommen hatte.


Dexter vom Linautal

Ich besuchte seine Welpen in der Regel 3 x während der Aufzucht bei den Züchtern, bei einigen durfte ich sogar bei der Geburt dabei sein und konnte viele Erfahrungen sammeln. Eines ist sicher: Jede Geburt ist ein Wunder der Natur...

Auf ein Wort...

... Gedanken zur Zucht

Im Text oben haben Sie lesen können, warum ich mich für die Zucht im SSV entschieden habe. Nachfolgend möchte ich noch ein paar klare Worte schreiben, denn Zucht ist nicht gleich Zucht bzw. Züchter ist nicht gleich Züchter.

Die Verantwortung für einen Wurf beginnt nicht erst mit der Trächtigkeit der Zuchthündin, sondern schon sehr viel früher. Von der Ernährung und Gesundheit der Zuchthündin mal ganz abgesehen: Beim Aussuchen eines geeigneten Deckrüden geht's schon los. Was man da alles beachten muss...

Das Lebensalter der Ahnen ist schon mal sehr wichtig. Dass Berner Sennenhunde nicht 20 Jahre alt werden, ist wohl hinlänglich bekannt. Aber 9 - 13 Jahre dürfen es dann doch gerne sein. Also ist die erste Aufgabe beim Suchen nach einem Rüden das Studium seiner Ahnentafel :-). Neben dem Altersdurchschnitt der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern sind die Todesursachen für mich wichtig. Leider wird um Todesursachen oftmals ein Mäntelchen des Schweigens gehängt, damit kein schlechtes Licht auf die Zuchtstätten fällt.

Im SSV gibt es aber mehr und mehr gute Züchter, die auf Transparenz sowohl bei der Veröffentlichung der Röntgenergebnisse, aber auch der Todesursachen achten.

Nun aber wieder zur Deckrüden-Suche: In JEDER Ahnentafel gibt es eine "Kröte", die ein Züchter schlucken muss. Da kommt es jetzt drauf an, welche Prioritäten der Züchter hat. Und weil die Natur auch noch ihre Finger im Spiel hat, kann es sogar sein, dass man z. B. uralte Ahnen im Stammbaum hat und trotzdem stirbt ein Nachkomme in jüngeren Jahren. Wir Züchter können bei einer Verpaarung nur das berücksichtigen, was wir über die einzelnen Hunde wissen.

Das war das Thema "Ahnentafel des Deckrüden", die selbstverständlich zur Ahnentafel der Zuchthündin passen muss. Jetzt geht's weiter mit dem Exterieur, also dem äußeren Erscheinungsbild:

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Bevor ein Hund im Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e. V. (SSV) angekört, d. h. zur Zucht zugelassen wird, muss er auf mindestens 2 Ausstellungen mit dem Formwert "sehr gut" beurteilt worden sein. Selbstverständlich ist er zu dem Zeitpunkt der Körung schon geröntgt worden und erfüllt mit seinen Ergebnissen die Voraussetzungen zur Zuchttauglichkeit. Kurz und knapp: Der Hund hat keinen Farbfehler, kein blaues Auge, keinen Knick in der Rute, alle erforderlichen Zähne sind auch da. Er hat weiterhin gute Röntgenergebnisse, mit denen eine Zucht erlaubt ist und er hat 2 x ein "sehr gut" erlaufen (siehe oben), dann darf er zur Körung (Zuchtzulassung) vorgestellt werden.

Hier treffen Herrchen oder Frauchen nebst Vierbeiner auf drei Körmeister, die den Hund nun eingehend begutachten: Der vorgestellte Hund soll in erster Linie dem Rassestandard entsprechen. Unter anderem wird das Wesen, Gangwerk, die Kopfform, Augenfarbe, Größe, Pfotenstellung, Winkelung, Fellbeschaffenheit, Zähne u. v. m. begutachtet. Am Ende bekommt der Hund - wenn er kleine Mängel hat - von der Körkommission eine oder mehrere Zuchtauflage(n). Ein Beispiel: Eine Hündin mit hellbraunen Augen wird vorgestellt. Die Körkommission wird in diesem Fall als Zuchtauflage "nur für Rüden mit dunkelbraunen Augen" schreiben. Hält sich der Züchter nicht an die Zuchtauflage, begeht er einen Zuchtverstoß...

Zucht bedeutet, die Rasse zu verbessern... Zwei Hunde miteinander zu verpaaren, die vom Charakter und Exterieur zusammen passen. ABER: Selbst wenn man eine Verpaarung wiederholt, die herausragend war, gibt es keine Garantie, dass am Ende das gleiche Ergebnis rauskommt. Die Natur hat immer noch das letzte Wort!

Zuletzt geändert: 10.05.2026
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